Pauline Werner stellt sich vor…

Als mein Roman „Der Nächste bitte…!“ Ende 2012 bei einem kleinen Verlag in Erlangen erschienen ist, ging mein größter Traum in Erfüllung.

Dazu muss man wissen, dass es eine Sache ist, ein Buch zu schreiben, aber eine ganz andere, einen Verlag zu finden, der es druckt. So musste auch mein Roman die ernüchternde Erfahrung machen, von sämtlichen namhaften Verlagen abgewiesen zu werden. Das lag bestimmt nicht an der Qualität meines Manuskriptes, sondern viel mehr an der Belanglosigkeit der Autorin. Es ist doch so: Wie überall auf der Welt geht es auch im Verlagswesen ums Geschäft. Knallhart wird zwischen Gewinn und Verlust kalkuliert. Autoren ohne Hintergrund mit Manuskripten ohne Igittfaktor fallen da fast zwangsläufig durchs Raster der Betriebswirtschaft. Oder anders herum erklärt:

Zwei Frauen, eine ist meinetwegen Grundschullehrerin, die andere die Frau eines Politikers, Fussballstars ect. (gerne auch mit dem einen oder anderen Skandälchen im Lebenslauf). Welche Autorin macht wohl das Rennen bei den Verlagen? Richtig, die Prominentengattin. Der Erfolg ist sozusagen vorprogrammiert, selbst wenn Frau XY von Fussballstar Z in einem Büchlein Kosmetiktipps verwurstet. Die Beispiele dafür sind so zahlreich wie gute Manuskripte, die ungelesen in den Archiven großer Verlage dahinmodern, weil das Risiko einer Veröffentlichung den Verlegern zu hoch ist.

Da ich bis heute mit keinem Promi bekannt, oder gar liiert gewesen bin und nicht einmal ein klitzekleines Skandälchen meine blütenweiße Bluse beschmutzt, landete auch mein Manuskript vermutlich ungelesen in der Ablage P(apierkorb) eines jeden Verlages. Ausgenommen jene Unternehmen, die sich das Risiko der Veröffentlichung meines Buches gegen Bares durchaus zutrauten. Bares jedoch war das, was ich nicht im Überfluss hatte. Auch ging es mir entschieden gegen den Strich, für eine Veröffentlichung zu bezahlen… Egal, irgendwann fand sich dieser kleine fränkische Verlag, der Potential im Buch sah und es kurzerhand veröffentlichte. Mehr als zehn Rezensionen mit 5 Sternen bei Amazon sprechen eine eigene Sprache und machen mich stolz wie Bolle.

Doch ein Buch, herausgegeben von einem kleinen Verlag, hat es schwer, auf dem hart umkämpften Verlagsmarkt zu bestehen, da kann es gute Kritiken haben, so viele es will. Die Wirklichkeit sieht so aus, dass zwar jede Buchhandlung  „Der Nächste bitte…!“ innerhalb von 24 Stunden liefern kann, die begehrten Regal- und sonstigen Liegeplätze bleiben den großen Verlagen vorbehalten. Und seien wir ehrlich: Wenn wir in eine Buchhandlung gehen, dann kaufen wir fast immer ein Buch, das wir dort aussuchen. Eine Hürde, die kaum zu nehmen ist. Bis heute ist mein Buch nur in ausgesuchten Buchhandlungen vorrätig. Also habe ich es auf meinem Blog „Provinzgeschnatter“ und bei ungezählten Lesungen selber vorgestellt.

Lesungen, auch so ein Thema. Leider sind viele Veranstalter der Meinung, dass eine Lesung keine Arbeit, sondern die reine Freude für die Autorin ist, die nicht zwangsläufig vergütet werden muss. Verstehen Sie mich bitte nicht falsch: Lesungen sind die reine Freude für mich! Wann sonst erlebe ich die Reaktionen aufs Buch so hautnah, so echt und so ehrlich wie beim direkten Kontakt mit den Lesern? Aber liebe Veranstalter: Autoren müssen auch leben! Und es ist nur fair, wenn sie für ihre Arbeit auch bezahlt werden. Haarstäubende Begründungen wie: „Aber wir machen sie doch bekannt!“, sind eine Unverschämtheit, die kein seriöser Veranstalter sich erlauben sollte. Es gibt sie übrigens, die Veranstalter, die Autoren fair behandeln. Ich habe das Glück, mit mehreren von ihnen zusammenzuarbeiten.

Natürlich habe ich herbe Tiefschläge erlebt und meine Fähigkeit als Autorin mehr als einmal infrage gestellt. Meinen Tiefpunkt erlebte ich, als ein Journalist einer Gothaer Zeitung  „Der Nächste bitte…!“ einer Jurorin der Erfurter Herbstlese wärmstens empfohlen hat. Diese schmetterte es umgehend wegen  „fehlenden Tiefgangs“ ab. Die Kurznachricht, die der freundliche Reporter an mich weitergeleitet hat, hat den Glauben an mein Buch kurzzeitg herb gedämpft. Zufälligerweise habe ich etwa zur selben Zeit im „Kur- und Lesecafè“ in Friedrichroda, einem verschlafenen Kurort nahe Erfurt, gelesen. Danach kamen zwei Damen zu mir, um sich für die gelungene Lesung und ein prima Buch (meins!) zu bedanken. Der Abend habe ihnen viel besser gefallen, als eine ähnliche Veranstaltung, die sie kurz vorher im Rahmen der Herbstlese besucht hatten. Nachdem ich die Tränen der Rührung hinuntergeschluckt hatte, erwachte auch mein Kampfgeist wieder und ich habe weitergemacht. Habe in jedem Schritt, den ich gegangen bin das Besondere gesehen. Bin dankbar. Für jedes verkaufte Buch, für jede Kritik, für jede Lesung. Ich habe gelernt, an mich und meine Arbeit zu glauben. Und begriffen, dass nicht jedem gefallen muss, was ich da mache.

Dass es dennoch einige Befürworter geben muss, wurde mir spätestens klar, als mir das regionale Magazin „Oscar am Freitag“ eine eigene Kolumne angeboten hat. Es entstand mein „Provinzgeschnatter“, erst als Kolumne in o.g. Magazin, später auch auf anderen Plattformen und Magazinen, wie dem Onlinemagazin „thueringenreporter“ und dem Saalfelder Regionalblatt „Marcus“. Bis heute gibt es ab und an neues provinzielles Geschnatter online unter http://www.paulinesschreibstube.de. Noch in diesem Jahr wird es das Provinzgeschnatter übrigens als Buch geben. Aber pssst… es erscheint bei einem anderen Verlag.

Im Frühjahr 2013 wurde ich in den Verband Deutscher Schriftsteller aufgenommen.

2016 hat der kleine Verlag aufgegeben und mein Buch brauchte dringend ein neues Zuhause. Guter Rat war mal wieder teuer, denn ich bin realistisch genug, um zu wissen, dass ich zwar einigermaßen schreiben kann, aber keine Ahnung von Marketing & Co. habe.

Eigentlich konnte es nicht anders kommen, als es schließlich kam: Bei meiner Recherche zum Thema „Partnersuche im Internet“ begegnete mir – nein – nicht David Vandeven, aber jemand, der ihn kannte. Und der „verkuppelte“ mich am Hermsdorfer Kreuz zwischen zwei Cappuccini sozusagen mit Verleger David Vandeven. Davids tiefgründiger Kommentar zu „Der Nächste bitte…!“ war übrigens: „Ich hätte nie gedacht, dass ich mal Belletristik verlege.“ Tja lieber David, so kann es gehen.

Buchstäblich über Nacht bekam mein Buch eine neue Adresse und wurde für die Premiere auf der „Leipziger Buchmesse“ ein bisschen aufgehübscht.

Und hier bin Ich: Pauline Werner. Autorin. Voller Ideen und mit einigen Träumen, die darauf warten, auf diesen Seiten lebendig zu werden.

Herzlicht Pauline

 

 

 

 

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Autor: paulinesschreibstube

Geschrieben habe ich eigentlich schon immer. Schreiben ist mein Weg aus dem Alltag zu verschwinden, abzuschalten und die Seele baumeln zu lassen. Im Alltag passiert so viel, das lohnt, in eine Geschichte eingebaut zu werden. In den letzten Jahren wurde mehr aus meiner Schreibwut. Ich habe angefangen, den vielen Bilder im meiner Phantasie Namen und Gesichter zu geben.

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